Finanzamt Cloppenburg
Niedersachsen Logo_4.png

Gemeinnützigkeit amtsgerichtlich eingetragen und vom Finanzamt anerkannt.

Sierra Leone Logo.png

Als deutsche Hilfsorganisation bei der sierra-leonischen Regierung anerkannt.

Dörfliche Bauerngemeinschaften unterstützen.

Ländliche Kinderarbeit überwinden.

Kinderarbeit in Sierra Leone

Mehr als jedes zweite Kind in Sierra Leone ist von Kinderarbeit betroffen, ein Großteil von ihnen arbeitet auf den Feldern ihrer Eltern

Diesem Jungen bleibt der regelmäßige Schulbesuch verwehrt, er unterstützt seine Mutter und Geschwister auf diesem Stück frisch gebrandrodetem Wald bei dem Pflanzen von Süßkartoffeln und Maniok

Kinderarbeit ist weit verbreitet in Sierra Leone und fast immer ist Armut die Ursache, da arme Haushalte zum Überleben meist auf die Arbeitskraft ihrer Kinder angewiesen sind. In einem Agrarland wie Sierra Leone, in dem 70-80% der Menschen Kleinbauern sind, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Kinderarbeit, Schulbildung und Landwirtschaft. Um Kindern die Chance auf eine bessere Zukunft zu schenken, muss ihre Arbeitskraft auf dem Feld überflüssig werden. Obwohl es meist selbst in abgelegenen Dörfern in der Savanne Schulen und Lehrer gibt, können Kinder armer Familien diese oft nicht besuchen. Besonders während der landwirtschaftlichen Hochzeiten - das bedeutet während der Vorbereitung der Felder, während der Einsaat und während der Ernte - sind Eltern auf die Arbeitskraft ihrer Kinder angewiesen. Selbst Kinder, die eigentlich die Schule besuchen, werden dann oft über Monate aus dieser genommen, um so bei der Verrichtung der mühsamen Feldarbeit zu helfen.

Da die Feldarbeit durch die Abwesenheit von landwirtschaftlichen Hilfsgütern im tropischen Afrika besonders auszehrend und unproduktiv ist, entscheiden sich einige Familien keine Bauern mehr zu sein. Stattdessen, arbeiten sie dann zum Beispiel in provisorischen Bergwerken. Im Osten Sierra Leones schürfen viele in den Diamantenminen und hoffen auf einen Fund, der der beschwerlichen Arbeit eines Tages ein Ende bereitet. 

Ländliche Kinderarbeit überwinden

Durch die Unterstützung von Bauernfamilien wird die Arbeitskraft ihrer Kinder überflüssig, die so die Chance bekommen, zur Schule zu gehen

Grundschule in der Kleinstadt Pujehun im Süden Sierra Leones

Die Kleinbauern, die wir landwirtschaftlich unterstützen, sind nicht mehr auf die Arbeitskraft ihrer Kinder angewiesen. Die Eltern erwirtschaften so viel, dass sie einen Teil ihrer Ernte auf den Märkten verkaufen und dadurch Einnahmen erzielen. Damit können sie in die Schulbildung ihrer Kinder investieren. Statt Kosten für Lernmaterialen oder Schulgebühren für einzelne Kinder direkt zu übernehmen, geben wir Eltern und ganzen Dörfern so die Chance. durch eine produktivere Feldarbeit selbstbestimmt für sich und ihre Angehörigen zu sorgen. 

1/1

Die Kinder strahlen vor Freude und Aufregung, denn sie sehen vermutlich zum ersten Mal eine Kamera als Tom sie im Frühjahr `18 am Rande eines Flusses in Kambia fotografiert. Das Strahlen täuscht aber nicht über die harte Lebensrealität der Familie hinweg. 

Sie baut grobe Felsen mit rein körperlicher Arbeitskraft und Handhacken ab. Im Fluss tauchen die Kinder nach Steinen, die sie mit Hammern zerschmettern. Den so mühsam gewonnenen Kies verkaufen sie dann als Baumaterial. Wer unter solchen Bedingungen aufwächst, schafft es über Generationen meist nicht aus dem Zyklus von Armut, mangelnder Schulbildung und Perspektiv-losigkeit. 

5 Fakten über Kinderarbeit in Sierra Leone

1. Kinder arbeiten in Sierra Leone hauptsächlich in der Landwirtschaft.

2.  Zusätzlich arbeiten Kinder im Bergbau, in Diamantenminen, suchen Verwertbares auf Müllhalden und auf der Straße, arbeiten als Straßenhändler oder in der Fischerei

3. Sierra Leone ist Quelle sowie  Destinationsland für Kinderhandel zum Zweck von Zwangsarbeit und zur Zwangsprosititution.

4. Während der Ebola Krise stieg die ländliche Armut, da Quarantänemaßnahmen die Menschen vielerorts vom Verlassen ihrer Häuser abhielten. Oft verrottete die Ernte so auf den Feldern. Als Folge stieg die Zahl der Mädchen in Zwangsprostitution, um so zum Einkommen und Überleben der Familien beizutragen. 

5. In Sierra Leone arbeitet mehr als jedes zweite Kind im Alter zwischen 5 und 14 Jahren. Über 40% der Kinder arbeiten und besuchen gleichzeitig die Schule.